Was ist Schamanismus?
Schamanismus ist Kultur, Weltbild und eine Jahrtausende alte, differenzierte
Heiltradition. Schamanen sind Reisende oder Mittler zwischen einer für
unsere Augen sichtbaren, diesseitigen Realität und einer anderen
Wirklichkeitsebene, der Anderswelt. In dieser Dimension jenseits von Zeit
und Raum gelingt es ihnen, mit Unterstützung so genannter geistartiger
Helfer - häufig sind dies Ahnen, Tier- oder Pflanzengeister - die Ursachen
von Krankheiten oder grundsätzlichen Lebensproblemen zu erkennen und
aufzulösen.
Schamanische Heilarbeit wendet sich im Gegensatz zur westlichen Medizin
immer an alle Aspekte des Menschen: Körper, Seele und Geist. Ein weiterer
wichtiger Unterschied: Schamanische Heilarbeit entsteht und wirkt nicht auf
Grundlage empirisch ermittelter Prinzipien, sondern auf dem Boden einer zum
Teil über Jahrhunderte überlieferten Tradition. Die jeweiligen Handlungen
und eingesetzten Heilmittel ergeben sich dabei dennoch meist individuell, aus dem
Moment und den je nach Klient bzw. Aufgabenstellung unterschiedlichen
Voraussetzungen und Erfordernissen.
In traditionellen Behandlungen kommt es selten zu einer aktiven Beteiligung
des Klienten am Heilungsgeschehen. Hingegen integrieren moderne "Neo"-Schamanen in
westlichen Gesellschaften häufig Elemente aus anderen Therapieformen wie NLP,
Gesprächstherapie oder Hypnose, und binden damit ihre Klienten zumindest
partiell in das Heilungsgeschehen mit ein. Nach der
Behandlung beginnt die eigentliche Arbeit für den Klienten, und die
Vereinbarung regelmäßiger Übungen und Aufgaben unterstützt bei
traditionellen und modernen Schamanen gleichermaßen die nachhaltige
Integration der Veränderungen in das eigene Leben.
Obwohl die Herkunft des Wortes nicht zweifellos geklärt ist, bezeichnet
Schamanismus ursprünglich eine religiös-medizinische Tradition, die in ihrer
spezifischen Ausprägung nur in der nördlichen Hemisphäre (insbesondere
Zentralasien) existierte. Mittlerweile hat es sich jedoch insbesondere in
der westlichen Welt eingebürgert, auch südamerikanische,
afrikanische oder ozeanische Heiler, die mit Hilfe geistartiger Kräfte
arbeiten, als Schamanen zu bezeichnen.
Die schamanische Heilkunst wurde lange ausschließlich als Erscheinung dieser
anderen, "exotischen" Kulturen gedeutet. In der westlichen Welt erlebt der
Schamanismus derzeit einen Boom, und auch immer mehr Wissenschaftler gehen
heute davon aus, dass wir in Zentraleuropa
einmal
- vor unserer eigenen Christianisierung - in schamanischen Gesellschaften
gelebt haben.
Ich glaube, dass wir uns danach sehnen, uns mit unseren eigenen Wurzeln zu
verbinden und ich glaube, dass uns vor allem der Schamanismus dabei
maßgeblich unterstützen kann. Wir stehen mitten in einer Entwicklung, welche
eine über viele
Jahrhunderte stigmatisierte und unterdrückte Heilkunst wieder zu einem
integralen Bestandteil unserer Gesellschaft machen wird.
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Beruf und Berufung
In traditionellen schamanischen Gesellschaften sind es meist die Ahnen der
Gemeinschaft, die einen Menschen zum zukünftigen Schamanen bestimmen. Die Burjaten
beispielsweise glauben, dass die Verstorbenen den künftigen Schamanen schon in
der Jugend für seine Tätigkeit bestimmen. Besondere Vorzeichen sprechen für
diese Berufung: Der von den Ahnen Erwählte fällt oft in Ohnmacht; er sieht
Geister, phantasiert, scheut die Menschen und zieht sich in die Einsamkeit
der Berge und Wälder zurück. Schließlich wird ein erfahrener Schamane sein Lehrmeister
und begleitet ihn auf seinem Weg und während seiner jahrelangen Lehrzeit.
Ein Jakutenschamane beschrieb seine Berufung zum Amt des Zauberers mit
diesen Worten: „Im Alter von zwanzig Jahren erkrankte ich und begann, mit
meinen Augen zu sehen und mit meinen Ohren zu hören, was die anderen
Menschen weder sehen noch hören können. Neun Jahre kämpfte ich gegen den
Geist, ohne mit jemandem davon zu sprechen, was geschehen war, denn ich
fürchtete, dass man zweifeln oder mich verspotten würde. Schließlich wurde
ich so krank, dass ich nahe am Sterben war. Dann begann ich zu
schamanisieren und fühlte gleich eine Besserung meines Zustandes. Auch heute
noch, wenn ich längere Zeit ohne schamanistische Wirksamkeit geblieben bin,
treten Übelbefinden und Krankheit ein.“
In nicht wenigen Fällen erhört ein Mensch erst in einem späteren Lebensabschnitt,
z.B. nach schwerer Krankheit oder Schicksalsschlag seinen Ruf zum Heiler
seiner Gemeinschaft. Dies geschieht meist in Form einer Vision, die dem
zukünftigen Schamanen seinen Auftrag und Weg zeigt: ihm zu seiner
übernatürlichen Kraft verhilft. Bei vielen indianischen Völkern war die
Visionssuche ein fester Bestandteil der Übergänge zwischen verschiedenen
Lebensphasen. Dabei ging ein Mensch allein für mehrere Tage auf einen Berg,
um in der Stille zu fasten und um eine Vision zu bitten. Dort zeigten sich
ihm möglicherweise die Geister und sandten Hinweise oder Zeichen für den
eigenen Weg, als Krieger, Jäger oder Schamane.
Sein schamanisches Selbstverständnis bringt Archie Fire Lame Deer, einer der
letzten großen Lakota-Heiler, beispielhaft wie folgt auf den Punkt:
"Ein Medizinmann ist, glaube ich, mehr als alles andere ein
Bewusstseinszustand, eine Sichtweise, die Erde zu verstehen, ein Gespür und
ein Verständnis dafür, worum es geht. Bin ich ein Medizinmann? Ich denke
schon. Was könnte oder würde ich sonst sein?
Wenn du mich so in meinen geflickten abgetragenen Hemd siehst, mit meinen
abgetragenen Cowboystiefeln, dem pfeifenden Hörgerät im Ohr, und wenn du die
dünnwandige Hütte anschaust mit dem stinkenden Plumpsklo dahinter, das ich
mein Zuhause nenne, dann passt das eigentlich nicht zum dem Bild, das sich
ein Weißer von einem heiligen Mann macht. Sicher nicht.
Du kennst mich betrunken und hast mich schon gesehen, als ich völlig am
Boden war. Du hast mich fluchen und schmutzige Witze erzählen hören. Du
weißt, dass ich weder besser noch weiser als andere Männer bin. Aber ich war
allein auf dem Berg, ich hatte meine Vision, und ich erhielt meine Kraft:
der Rest ist Übung. Diese Vision verlässt mich nie mehr.
Ich bin ein Medizinmann, weil mir ein Traum sagte, einer zu sein, weil mir
befohlen wurde, einer zu sein, weil die heiligen Männer - Chest, Thunderhawk,
Chips, Good Lance - mir geholfen haben, einer zu sein. Daran kann und will
ich nichts ändern."
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Die Weisheit der Steine
Während der Jungsteinzeit (ca. 3000-1800 v.u.Z.) begannen die Menschen in
Mitteleuropa, riesenhafte Felsblöcke zu Monumenten aufzutürmen oder in
Kreisform aufzustellen. Die Steinkreise und Grabanlagen der so genannten
Megalithkultur faszinieren Menschen aus allen Kulturkreisen und wurden vor
allem bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts intensiv von
Archäologen erforscht. Dennoch ist bis heute nicht immer eindeutig
geklärt, welchem Zweck die Anlagen im Einzelnen dienten und vor allem: wie
die Menschen damals diese riesigen Steinbrocken bewegt und aufgetürmt
haben.
Mich ziehen die alten Großsteingräber und Steinkreise magisch in ihren
Bann. Sie erinnern mich an etwas sehr Altes, tief in mir Verstecktes. Von
ihnen zu erzählen, nach ihnen zu forschen aktiviert mein vegetatives
Nervensystem: Mir wird heiß, mein Herz klopft, die Wurzel- und
Sakralchakren beginnen zu rotieren.
Das energetische Arbeiten mit Steinen ist unglaublich ergiebig, denn das
Gedächtnis des Steinvolks reicht weiter in die Geschichte zurück als alle
von Menschenhand erschaffenen Kulturgüter und Artefakte. Die letzte
Eiszeit hat diese Riesenfindlinge, Feldsteine und Kiesel vor etwa 100.000
Jahren aus Skandinavien in die norddeutsche Tiefebene gebracht. Und wenn
du einen Zugang findest zu ihrem Energiesystem, kannst du vielleicht
Bilder ihrer Geburt und langen Reise im Bauche „ihres“ Gletschers
erhaschen.
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Eine Entdeckungsreise zu uns selbst
Wir stecken voller Wissens- und Kraftquellen,
die nur darauf warten, von uns erschlossen und zum Leben erweckt zu werden.
Im Schamanismus werden diese Quellen repräsentiert durch geistartige Helfer,
die auf der individuellen Ebene eine besonders tiefe und kraftvolle Ebene
unseres eigenen Bewusstseins repräsentieren. Diese Helfer treten in der
Regel entweder als Geistführer oder als Krafttiere „in Erscheinung“. Dabei
ist der Geistführer unser Ansprechpartner für grundsätzliche,
richtungweisende Entscheidungen: er gibt Orientierung auf unserem
Lebensweg, steht auch für unsere innersten Wertmaßstäbe und hilft uns bei
wichtigen Entscheidungen. Krafttiere hingegen sind eher Helfer für die
laufenden Herausforderungen des beruflichen und persönlichen Alltags. Beide,
Geistführer und Krafttiere stehen mit ihren Qualitäten und Eigenschaften für
Charakterzüge und Wesensmerkmale, die uns selbst eigen sind, aber zu denen
wir oft den Zugang verloren haben.
Zu geistartigen Helfern können im Prinzip
alle Lebewesen werden, die wir auch aus der diesseitigen Wirklichkeit
kennen. Aber im Schamanismus ist alles möglich: Es gibt keine Grenzen
zwischen Zeit und Raum und die nicht alltägliche Wirklichkeit kennt keine
Limitierungen. Und so kommen diese Helfer nicht selten aus einer anderen
Epoche oder Kultur, oder es handelt sich um vergessene Ahnen, aber auch
Wesenheiten aus Fabeln oder Märchen sind möglich. Diese Helfer können wir
uns durch Schamanische Ritualarbeit zu Verbündeten machen, wenn wir mit
ihnen in Kontakt gehen: wenn wir uns mit ihnen verbinden.
Es gibt ein Abziehbild der Schamanen:
abgerissene und verrückte Typen, die berauscht von exotischen Drogen wild
trommeln, umher tanzen und behaupten, mit Geistern zu reden. Aber
Schamanismus ist viel mehr ein Teil unserer sachlichen Welt, als wir uns
derart vereinfachend vorstellen. Vor allem sind Schamanische Traditionen in
fast allen Kulturen zu finden, und in jedem von uns steckt ein Schamane!
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Von Bäumen und Heiligen Hallen
Wie alles, was lebt, sehnen sich auch die Bäume danach, gesehen,
wahrgenommen und berührt zu werden. Verbringe also möglichst viel Zeit in
der Natur, mit dir in Stille und mit „deinem“ Baum. Betrachte ihn aus
unterschiedlichen Entfernungen, berühre ihn an unterschiedlichen Stellen.
Wenn möglich, klettere auch auf ihm herum und sitze in seiner Krone. Schau
dir die Rinde an, die Form der Zweige und Blätter, welche Besonderheiten
fallen dir auf? Beobachte ihn während der verschiedenen Jahreszeiten.
Sei
dabei zunächst möglichst passiv, empfangend. Nimm alles wahr, mit all
deinen Sinnen, und lausche auf Botschaften, Worte, Bilder oder Töne, die
in dir entstehen. Vergleiche die Botschaften dieses Baums mit denen von
anderen Exemplaren der gleichen und anderer Arten, ganz in der Nähe oder
weiter weg. Wie unterscheiden sie sich, was haben sie gemeinsam?
Irgendwann werden sich Wesen und Charakter dieses Lebewesens und seiner
Bewohner dir offenbaren, und du wirst dieses Wissen niemals wieder
vergessen.
Im Folgenden möchte ich einige bewährte Übungen und Techniken beschreiben,
mit denen du einen tiefen Kontakt aufnehmen kannst zu einem besonderen, zu
„deinem“ Baum. Die Arbeit mit Bäumen ist ganz nebenbei bemerkt nach meiner
Erfahrung besonders gut für Menschen geeignet, die wenig oder keine
Erfahrung mit energetischer Arbeit haben (...)
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Reiseberichte von Klienten
Das Lachen der Krötenfrau ...
Ich befinde urplötzlich in einem unerklärlichen Gewusel, kann nichts
Klares erkennen. Langsam nehme ich einen amorphen, schwarzen Nebel wahr,
der geräuschlos näher kommt. Alles dreht sich, das Gewusel und auch ein
Dschungeltier neben mir, welches Ähnlichkeit mit einem Gürteltier hat. Das
schwarze Pudding-Nebel-Etwas dreht sich nicht mit, während es sich mir
immer weiter annähert >>>>> mehr: pdf 18 KB
Von Wölfen getragen …
Da ich am selben Tag noch an meinem Kraftort war, hatte ich das Gefühl,
sofort in die Unterwelt gleiten zu können. Ich ging zu dem Baum, der mich
schon begrüßte, dessen Borke sich zu den Federn der Eule verwandelte und
das Gesicht des Wolfes war zu sehen. Beides verschmolz ineinander und mit
mir. In einem Strudel wurden wir gemeinsam in die Unterwelt gezogen
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Zum Adler werden …
Ich rutsche durch einen hohlen Baumstamm in die Unterwelt und bleibe an
der Erde haften. Ich springe auf, es ist stockdunkel, nehme Erde von der
Wand des Tunnels und beschmiere mein Gesicht damit – ich lache und nehme es
mit Humor. Mir ist nach Tanzen >>>>>mehr: pdf 17 KB
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