Schamanismus

 

"Ich bin nur wie ein kleiner Junge gewesen, der am Meeresstrand spielt und sich darüber freut, wenn er einen besonders glatten oder schönen Kieselstein findet – und der große Ozean der Wahrheit lag unentdeckt vor mir." (Isaac Newton)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was ist Schamanismus?

Schamanismus ist Kultur, Weltbild und eine Jahrtausende alte, differenzierte Heiltradition. Schamanen sind Reisende oder Mittler zwischen einer für unsere Augen sichtbaren, diesseitigen Realität und einer anderen Wirklichkeitsebene, der Anderswelt. In dieser Dimension jenseits von Zeit und Raum gelingt es ihnen, mit Unterstützung so genannter geistartiger Helfer - häufig sind dies Ahnen, Tier- oder Pflanzengeister - die Ursachen von Krankheiten oder grundsätzlichen Lebensproblemen zu erkennen und aufzulösen.

Schamanische Heilarbeit wendet sich im Gegensatz zur westlichen Medizin immer an alle Aspekte des Menschen: Körper, Seele und Geist. Ein weiterer wichtiger Unterschied: Schamanische Heilarbeit entsteht und wirkt nicht auf Grundlage empirisch ermittelter Prinzipien, sondern auf dem Boden einer zum Teil über Jahrhunderte überlieferten Tradition. Die jeweiligen Handlungen und eingesetzten Heilmittel ergeben sich dabei dennoch meist individuell, aus dem Moment und den je nach Klient bzw. Aufgabenstellung unterschiedlichen Voraussetzungen und Erfordernissen.

In traditionellen Behandlungen kommt es selten zu einer aktiven Beteiligung des Klienten am Heilungsgeschehen. Hingegen integrieren moderne "Neo"-Schamanen in westlichen Gesellschaften häufig Elemente aus anderen Therapieformen wie NLP, Gesprächstherapie oder Hypnose, und binden damit ihre Klienten zumindest partiell in das Heilungsgeschehen mit ein. Nach der Behandlung beginnt die eigentliche Arbeit für den Klienten, und die Vereinbarung regelmäßiger Übungen und Aufgaben unterstützt bei traditionellen und modernen Schamanen gleichermaßen die nachhaltige Integration der Veränderungen in das eigene Leben.

Obwohl die Herkunft des Wortes nicht zweifellos geklärt ist, bezeichnet Schamanismus ursprünglich eine religiös-medizinische Tradition, die in ihrer spezifischen Ausprägung nur in der nördlichen Hemisphäre (insbesondere Zentralasien) existierte. Mittlerweile hat es sich jedoch insbesondere in der westlichen Welt eingebürgert, auch südamerikanische, afrikanische oder ozeanische Heiler, die mit Hilfe geistartiger Kräfte arbeiten, als Schamanen zu bezeichnen.

Die schamanische Heilkunst wurde lange ausschließlich als Erscheinung dieser anderen, "exotischen" Kulturen gedeutet. In der westlichen Welt erlebt der Schamanismus derzeit einen Boom, und auch immer mehr Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass wir in Zentraleuropa einmal - vor unserer eigenen Christianisierung - in schamanischen Gesellschaften gelebt haben.

Ich glaube, dass wir uns danach sehnen, uns mit unseren eigenen Wurzeln zu verbinden und ich glaube, dass uns vor allem der Schamanismus dabei maßgeblich unterstützen kann. Wir stehen mitten in einer Entwicklung, welche eine über viele Jahrhunderte stigmatisierte und unterdrückte Heilkunst wieder zu einem integralen Bestandteil unserer Gesellschaft machen wird.

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Beruf und Berufung

In traditionellen schamanischen Gesellschaften sind es meist die Ahnen der Gemeinschaft, die einen Menschen zum zukünftigen Schamanen bestimmen. Die Burjaten beispielsweise glauben, dass die Verstorbenen den künftigen Schamanen schon in der Jugend für seine Tätigkeit bestimmen. Besondere Vorzeichen sprechen für diese Berufung: Der von den Ahnen Erwählte fällt oft in Ohnmacht; er sieht Geister, phantasiert, scheut die Menschen und zieht sich in die Einsamkeit der Berge und Wälder zurück. Schließlich wird ein erfahrener Schamane sein Lehrmeister und begleitet ihn auf seinem Weg und während seiner jahrelangen Lehrzeit.

Ein Jakutenschamane beschrieb seine Berufung zum Amt des Zauberers mit diesen Worten: „Im Alter von zwanzig Jahren erkrankte ich und begann, mit meinen Augen zu sehen und mit meinen Ohren zu hören, was die anderen Menschen weder sehen noch hören können. Neun Jahre kämpfte ich gegen den Geist, ohne mit jemandem davon zu sprechen, was geschehen war, denn ich fürchtete, dass man zweifeln oder mich verspotten würde. Schließlich wurde ich so krank, dass ich nahe am Sterben war. Dann begann ich zu schamanisieren und fühlte gleich eine Besserung meines Zustandes. Auch heute noch, wenn ich längere Zeit ohne schamanistische Wirksamkeit geblieben bin, treten Übelbefinden und Krankheit ein.“

In nicht wenigen Fällen erhört ein Mensch erst in einem späteren Lebensabschnitt, z.B. nach schwerer Krankheit oder Schicksalsschlag seinen Ruf zum Heiler seiner Gemeinschaft. Dies geschieht meist in Form einer Vision, die dem zukünftigen Schamanen seinen Auftrag und Weg zeigt: ihm zu seiner übernatürlichen Kraft verhilft. Bei vielen indianischen Völkern war die Visionssuche ein fester Bestandteil der Übergänge zwischen verschiedenen Lebensphasen. Dabei ging ein Mensch allein für mehrere Tage auf einen Berg, um in der Stille zu fasten und um eine Vision zu bitten. Dort zeigten sich ihm möglicherweise die Geister und sandten Hinweise oder Zeichen für den eigenen Weg, als Krieger, Jäger oder Schamane.

Sein schamanisches Selbstverständnis bringt Archie Fire Lame Deer, einer der letzten großen Lakota-Heiler, beispielhaft wie folgt auf den Punkt:

"Ein Medizinmann ist, glaube ich, mehr als alles andere ein Bewusstseinszustand, eine Sichtweise, die Erde zu verstehen, ein Gespür und ein Verständnis dafür, worum es geht. Bin ich ein Medizinmann? Ich denke schon. Was könnte oder würde ich sonst sein?

Wenn du mich so in meinen geflickten abgetragenen Hemd siehst, mit meinen abgetragenen Cowboystiefeln, dem pfeifenden Hörgerät im Ohr, und wenn du die dünnwandige Hütte anschaust mit dem stinkenden Plumpsklo dahinter, das ich mein Zuhause nenne, dann passt das eigentlich nicht zum dem Bild, das sich ein Weißer von einem heiligen Mann macht. Sicher nicht.

Du kennst mich betrunken und hast mich schon gesehen, als ich völlig am Boden war. Du hast mich fluchen und schmutzige Witze erzählen hören. Du weißt, dass ich weder besser noch weiser als andere Männer bin. Aber ich war allein auf dem Berg, ich hatte meine Vision, und ich erhielt meine Kraft: der Rest ist Übung. Diese Vision verlässt mich nie mehr.

Ich bin ein Medizinmann, weil mir ein Traum sagte, einer zu sein, weil mir befohlen wurde, einer zu sein, weil die heiligen Männer - Chest, Thunderhawk, Chips, Good Lance - mir geholfen haben, einer zu sein. Daran kann und will ich nichts ändern."

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Die Weisheit der Steine

Während der Jungsteinzeit (ca. 3000-1800 v.u.Z.) begannen die Menschen in Mitteleuropa, riesenhafte Felsblöcke zu Monumenten aufzutürmen oder in Kreisform aufzustellen. Die Steinkreise und Grabanlagen der so genannten Megalithkultur faszinieren Menschen aus allen Kulturkreisen und wurden vor allem bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts intensiv von Archäologen erforscht. Dennoch ist bis heute nicht immer eindeutig geklärt, welchem Zweck die Anlagen im Einzelnen dienten und vor allem: wie die Menschen damals diese riesigen Steinbrocken bewegt und aufgetürmt haben.

Mich ziehen die alten Großsteingräber und Steinkreise magisch in ihren Bann. Sie erinnern mich an etwas sehr Altes, tief in mir Verstecktes. Von ihnen zu erzählen, nach ihnen zu forschen aktiviert mein vegetatives Nervensystem: Mir wird heiß, mein Herz klopft, die Wurzel- und Sakralchakren beginnen zu rotieren.

Das energetische Arbeiten mit Steinen ist unglaublich ergiebig, denn das Gedächtnis des Steinvolks reicht weiter in die Geschichte zurück als alle von Menschenhand erschaffenen Kulturgüter und Artefakte. Die letzte Eiszeit hat diese Riesenfindlinge, Feldsteine und Kiesel vor etwa 100.000 Jahren aus Skandinavien in die norddeutsche Tiefebene gebracht. Und wenn du einen Zugang findest zu ihrem Energiesystem, kannst du vielleicht Bilder ihrer Geburt und langen Reise im Bauche „ihres“ Gletschers erhaschen.

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Eine Entdeckungsreise zu uns selbst

Wir stecken voller Wissens- und Kraftquellen, die nur darauf warten, von uns erschlossen und zum Leben erweckt zu werden. Im Schamanismus werden diese Quellen repräsentiert durch geistartige Helfer, die auf der individuellen Ebene eine besonders tiefe und kraftvolle Ebene unseres eigenen Bewusstseins repräsentieren. Diese Helfer treten in der Regel entweder als Geistführer oder als Krafttiere „in Erscheinung“. Dabei ist der Geistführer unser Ansprechpartner für grundsätzliche, richtungweisende Entscheidungen: er gibt Orientierung auf unserem Lebensweg, steht auch für unsere innersten Wertmaßstäbe und hilft uns bei wichtigen Entscheidungen. Krafttiere hingegen sind eher Helfer für die laufenden Herausforderungen des beruflichen und persönlichen Alltags. Beide, Geistführer und Krafttiere stehen mit ihren Qualitäten und Eigenschaften für Charakterzüge und Wesensmerkmale, die uns selbst eigen sind, aber zu denen wir oft den Zugang verloren haben.

Zu geistartigen Helfern können im Prinzip alle Lebewesen werden, die wir auch aus der diesseitigen Wirklichkeit kennen. Aber im Schamanismus ist alles möglich: Es gibt keine Grenzen zwischen Zeit und Raum und die nicht alltägliche Wirklichkeit kennt keine Limitierungen. Und so kommen diese Helfer nicht selten aus einer anderen Epoche oder Kultur, oder es handelt sich um vergessene Ahnen, aber auch Wesenheiten aus Fabeln oder Märchen sind möglich. Diese Helfer können wir uns durch Schamanische Ritualarbeit zu Verbündeten machen, wenn wir mit ihnen in Kontakt gehen: wenn wir uns mit ihnen verbinden.

Es gibt ein Abziehbild der Schamanen: abgerissene und verrückte Typen, die berauscht von exotischen Drogen wild trommeln, umher tanzen und behaupten, mit Geistern zu reden. Aber Schamanismus ist viel mehr ein Teil unserer sachlichen Welt, als wir uns derart vereinfachend vorstellen. Vor allem sind Schamanische Traditionen in fast allen Kulturen zu finden, und in jedem von uns steckt ein Schamane!

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Von Bäumen und Heiligen Hallen

Wie alles, was lebt, sehnen sich auch die Bäume danach, gesehen, wahrgenommen und berührt zu werden. Verbringe also möglichst viel Zeit in der Natur, mit dir in Stille und mit „deinem“ Baum. Betrachte ihn aus unterschiedlichen Entfernungen, berühre ihn an unterschiedlichen Stellen. Wenn möglich, klettere auch auf ihm herum und sitze in seiner Krone. Schau dir die Rinde an, die Form der Zweige und Blätter, welche Besonderheiten fallen dir auf? Beobachte ihn während der verschiedenen Jahreszeiten.

Sei dabei zunächst möglichst passiv, empfangend. Nimm alles wahr, mit all deinen Sinnen, und lausche auf Botschaften, Worte, Bilder oder Töne, die in dir entstehen. Vergleiche die Botschaften dieses Baums mit denen von anderen Exemplaren der gleichen und anderer Arten, ganz in der Nähe oder weiter weg. Wie unterscheiden sie sich, was haben sie gemeinsam? Irgendwann werden sich Wesen und Charakter dieses Lebewesens und seiner Bewohner dir offenbaren, und du wirst dieses Wissen niemals wieder vergessen.

Im Folgenden möchte ich einige bewährte Übungen und Techniken beschreiben, mit denen du einen tiefen Kontakt aufnehmen kannst zu einem besonderen, zu „deinem“ Baum. Die Arbeit mit Bäumen ist ganz nebenbei bemerkt nach meiner Erfahrung besonders gut für Menschen geeignet, die wenig oder keine Erfahrung mit energetischer Arbeit haben (...)

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Reiseberichte von Klienten

Das Lachen der Krötenfrau ...
Ich befinde urplötzlich in einem unerklärlichen Gewusel, kann nichts Klares erkennen. Langsam nehme ich einen amorphen, schwarzen Nebel wahr, der geräuschlos näher kommt. Alles dreht sich, das Gewusel und auch ein Dschungeltier neben mir, welches Ähnlichkeit mit einem Gürteltier hat. Das schwarze Pudding-Nebel-Etwas dreht sich nicht mit, während es sich mir immer weiter annähert  >>>>> mehr: pdf 18 KB

Von Wölfen getragen …
Da ich am selben Tag noch an meinem Kraftort war, hatte ich das Gefühl, sofort in die Unterwelt gleiten zu können. Ich ging zu dem Baum, der mich schon begrüßte, dessen Borke sich zu den Federn der Eule verwandelte und das Gesicht des Wolfes war zu sehen. Beides verschmolz ineinander und mit mir. In einem Strudel wurden wir gemeinsam in die Unterwelt gezogen >>>>>mehr: pdf 20 KB


Zum Adler werden …
Ich rutsche durch einen hohlen Baumstamm in die Unterwelt und bleibe an der Erde haften. Ich springe auf, es ist stockdunkel, nehme Erde von der Wand des Tunnels und beschmiere mein Gesicht damit – ich lache und nehme es mit Humor. Mir ist nach Tanzen >>>>>mehr: pdf 17 KB
 

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