… und zeigt uns einen Weg zu uns selbst

Seit einem halben Jahr wirbeln die dem Auftreten von SARS-CoV-2 folgenden Einschränkungen unseren Alltag durcheinander, und ein Ende dieses Zustands ist nicht in Sicht.

Mit einem mittleren Unbehagen schaue ich auf den zwischenmenschlichen, verfassungs- und gesundheitspolitischen Weg, den unsere Gesellschaft bisher in der Bewältigung dieser Krise genommen hat. Doch der schon länger laufende, tiefgreifende kollektive Wandel hat spätestens in diesem Jahr an Fahrt aufgenommen und es liegt weiterhin an uns selbst, in welcher Weise wir ihn gestalten.

Die spirituelle Dimension der Krise

Es gibt so unglaublich viele Perspektiven, auf die Entwicklungen der letzten Monate zu schauen: die virologische, epidemiologische, lungenärztliche, internistische, biologische, individuelle, ökonomische, soziale, politische … und in diesem Blog möchte ich dieser Vielfalt noch eine Perspektive hinzufügen, die in der westlichen Welt allzugerne vernachlässigt wird: die spirituelle Dimension der Corona-Krise, die für mich untrennbar verbunden ist mit der Möglichkeit zu tiefer Persönlichkeitsentfaltung.

Dabei lege ich diesem Text die Urerfahrung der meisten indigenen Völker zugrunde, dass alles Leben, dass die gesamte Schöpfung miteinander verbunden ist und unablässig miteinander kommuniziert. Also wirklich ALLES, und zwar auch, was uns vielleicht erstmal stört, nervt oder sogar bedroht: anstrengende Mitmenschen, Wespen, Blütenpollen, Ratten, Coli-Bakterien und vieles mehr.

Wenn wir uns also dieser Urerfahrung anschließen und uns ganz von ihr durchdringen lassen, haben wir im vergangenen Winter Besuch von einem Verwandten bekommen, der eine wichtige Botschaft im Gepäck hat. Und die richtet sich offenbar an nahezu alle Menschen.

Corona SpirituellDass SARS-CoV-2 möglicherweise aus dem Tierreich zu uns Menschen getragen wurde, unterstreicht dabei für mich nur die besondere Bedeutung der Botschaft und seines Überbringers. Anstatt aber nun inne zu halten und diesen Neuankömmling einmal unvoreingenommen nach seinen Absichten zu befragen, reagiert die Menschheit mit den alten Reflexen von Abwehr, Kampf und Ausgrenzung, mit Lock-Down, Maskenzwang und Social Distancing.

Die tiefere Botschaft des Virus

So wie ich die Dinge sehe, bringt uns SARS-CoV-2 vor allem die wunderbare (wenn auch vielleicht ungewollte) Chance, unsere wichtigsten Entwicklungsthemen zu erkennen. Auf beeindruckende Weise gelingt es diesem kleinen Eindringling, uns mit unseren Schattenaspekten, also z.B. ungeliebten Persönlichkeitsanteilen, schmerzhaften Erfahrungen oder unterdrückten Gefühlen zu konfrontieren.

Diese werden durch das Virus quasi “erweckt”, durch politische Maßnahmen verstärkt, geraten schließlich außer Kontrolle und beginnen, unser Leben zu dominieren. Damit erinnert uns das Virus an unsere eigenen, also inneren Begrenzungen – und zugleich unsere tiefsten Entwicklungspotenziale.

Zwei Arten der Corona-Angst

Ein typisches Beispiel dieser Zeit ist die Angst vor dem Tod. Wenn wir diese urmenschliche Angst vor dem Hintergrund von Covid 19 erforschen, könnte uns z.B. bewusst werden,

  • dass der Tod ein unverzichtbarer Teil des Lebens ist (seit wir geboren wurden wissen wir, dass wir sterben werden)
  • dass es weiterhin viele Todesursachen mit einer weitaus höheren Wahrscheinlichkeit als Covid-19 gibt, die uns bis zum Auftreten dieses neuartigen Virus auch nicht besonders bekümmert haben und
  • dass der Tod sich in der Regel seinen eigenen Weg sucht, wenn unsere Zeit abgelaufen ist.

Corona SpirituellDadurch wäre es z.B. möglich, wieder eine größere Wertschätzung für die von vornherein begrenzte Zeitspanne aufzubringen, die wir in diesem Körper erleben, anstatt ihn mit Angst aufzuladen, dadurch das eigene Immunsystem zu schwächen und die eigene Lebensspanne eigenmächtig zu verringern. Mit dem nötigen Willen, etwas Übung und den passenden Werkzeugen könnte es uns gelingen, das Leben in Lebendigkeit und immer öfter im Hier und Jetzt zu erleben.

Ein anderes wie ich finde typisches Beispiel der letzten Monate ist die Angst vor einer (geheimen) Weltverschwörung. Wenn wir uns der dieser Angst zugrunde liegenden Urerfahrung zuwenden, stoßen wir möglicherweise auf eine Verletzung, die aus einem fortgesetzten Vertrauensbruch durch Autoritätspersonen (Eltern, Polizei, Politik) entstanden ist.

Die Urerfahrung eines solchen Menschen kann bspw. darin bestehen, dass unangenehme Wahrheiten in der Familie über Jahre totgeschwiegen wurden oder in einem Staat aufgewachsen zu sein, in dem die bewusste Manipulation der Wirklichkeit zum politischen Alltag gehörte.

Das Entwicklungspotenzial dieses Menschen würde sich darin entfalten, die Traumata seiner Vergangenheit zu heilen, den Eltern und seinen Peinigern zu verzeihen und die Qualität von Vertrauen wieder in das eigene Leben einzuladen.

Corona als Chance zur Selbst-Entfaltung

Nun gehört es zu den Eigenarten unseres Gehirns, aus vergangenen Erfahrungen auf die Gegenwart und Zukunft zu schließen. Und je mehr wir mit  vergangenen Erfahrungen identifiziert sind, sie also als Teil der eigenen Persönlichkeitsstruktur angenommen haben, desto schwerer fällt es, sie als das zu erkennen, was sie in Wirklichkeit sind: Begrenzungen des eigenen Wachstums, des eigenen Selbst.

Und doch kann eine solche Programmierung durch entsprechende Techniken und Verfahren wieder aufgelöst werden. Denn nicht alles, was uns seit der Kindheit vertraut ist, gehört zu unserer wahren Natur und lässt uns in unserer Schönheit erstrahlen. Doch können wir eine solche Schönheit, die von innen strahlt nähren und stärken, wenn wir es uns aus ganzem Herzen wünschen und danach streben.

Eine gute Möglichkeit, die bestehenden Diskrepanzen zwischen Schein und Sein zu bemerken ist, auf die Signale des eigenen Körpers zu achten. Sobald wir beginnen zu somatisieren, also aus inneren Disharmonien körperliche Symptome erzeugen (und wenn es auch nur ein Aufstoßen oder eine leichte Schulterverspannung ist), tut sich ein interessanter Raum auf, in den wir eintauchen und damit den wahren Hintergründen unserer Gefühle auf den Grund gehen können.

Corona SpirituellVielleicht fragst du dich an dieser Stelle ja selbst, was die stärksten, unangenehmsten, schwierigsten Erfahrungen bisher für dich in dieser Corona-Zeit waren: Erinnere dich an eine besonders typische Situation, und rufe dir das Gefühl in Erinnerung, von dem du in dieser Situation beherrscht wurdest. Und dann höre auf, die Verantwortung für dieses Gefühl bei Anderen (dem Virus, Markus Söder, der Weltverschwörung, Maskenmuffeln oder Maskenbefürwortern) zu suchen, sondern IN DIR auf die Reise ZUM URSPRUNG dieses Gefühls zu gehen. Diese Reise kann dich zu einer wertvollen Schatzkammer deiner Seele führen, um dort dein WAHRES SELBST zu entfalten – und die ganze Welt freut sich für dich, wenn dies geschieht.

Vor dem Hintergrund von Covid-19 stellt sich für mich aus spiritueller Perspektive die Frage, wie vielen von uns es gelingt, nach innen zu schauen, die eigenen Schatten anzunehmen und zu integrieren – um damit tiefe persönliche Entwicklung für sich selbst und vielleicht sogar einer kritischen Masse der Menschheit zu ermöglichen.

Der Umgang mit diesem Virus und seinen menschengemachten Begleiterscheinungen war und ist auch für mich nicht leicht. Es hat mich mit krassen Gefühlen wie Wut, Ekel und Verachtung in Verbindung gebracht. Und es hat mich über den damit verbundenen Heilungsprozess zu einem friedlicheren, glücklicheren und liebevolleren Menschen gemacht.

Nach einer schamanischen Begegnung mit SARS-CoV-2 zum Frühjahrs-Äquinox ist ein kurzes Video entstanden, das sich durch Klicken auf das Foto unten öffnet. Bitte auch den Text unter dem Video lesen.

Zum Herbst-Äquinox 2020 wünsche ich dir und deinen Lieben Gesundheit, Glück und Segen und freue mich über deine Kommentare!

Herzlichst

Manuel