Zum Ende des Steinkohle-Bergbaus im Ruhrgebiet

Heute, am Tag der Wintersonnenwende 2018, wurde die letzte Steinkohlezeche Deutschlands geschlossen, und als Kind des Ruhrgebiets und doppelter Bergmannsenkel berührt mich diese Nachricht sehr. Wie in kaum einer anderen Region war die Bergmannstradition in meiner Heimat seit mehr als 150 Jahren das Identität stiftende Narrativ für Einheimische und Zugezogene, für Deutsche und Polen, später Türken, Italiener oder Griechen und bis heute für Menschen aus unterschiedlichsten Nationen und Glaubensrichtungen.

Zugleich hat die industrielle Form des Bergbaus hunderte Kilometer lange, schmerzhafte Wunden in den Bauch von Mutter Erde gegraben und unzählige Menschen durch Grubenunglücke oder Berufskrankheiten das Leben gekostet. Heute schützen in verlassenen Schächten elektrische Pumpen das Ruhrgebiet bis zum Ende unserer Tage davor, im ansonsten aufsteigenden Grundwasser zu ersaufen.

An diesem Weihnachtsfest bete ich dafür, dass das Ende der Steinkohleförderung in Deutschland gerade an diesem seit Jahrtausenden bedeutsamen Festtag den Beginn einer wirklichen energiepolitischen “Wintersonnen”-Wende markieren möge. Denn was unsere Erde heute dringend braucht ist ein liebevolles, achtsames Bewusstsein von uns Menschen im Umgang mit ihren Geschenken.

Gestern lief im Radio ein Beitrag über die Tradition der Wintersonnenwend-Feiern in Europa, wonach dieses seit der Steinzeit bedeutsame Fest erst durch die christliche Kirche in den Geburtstag von Gottes Sohn umgedeutet wurde – um der erfolgreichen Missionierung von Menschen alten Glaubens einen stärkeren Schwung zu verleihen.

Beiträge wie dieser geben mir Hoffnung, da wichtige Teile des alten Wissens nun auch über die Mainstream-Medien in unser Bewusstsein zurückkehren und sich die einseitige Fixierung auf den christlichen Teil unserer “abendländischen” Kultur nach meiner Wahrnehmung immer mehr auflöst. An diesem Weihnachtsfest bete ich auch dafür, dass wir Menschen immer wieder neue Wege und Formen finden, uns mit heilsamen, wenn auch seit langem überlagerten Traditionen zu verbinden, sie in einer lebendigen Form zu ehren und neu zu erfinden.

Zum Ende eines großen Jahres voller wunderbarer Veränderungen möchte ich dir für deine Treue danken, und für dein Vertrauen in mich und meine Arbeit. Ich danke meinen Ahnen für die Selbstverständlichkeit, die mich immer wieder in dunkle Seelenschächte eintauchen lässt, um meine Klienten dabei zu unterstützen, ihre verborgenen Schätze zu heben. Und ich danke dem Leben, das mir diesen wundervollen Weg gezeigt hat, die Bergmannstradition meiner Familie auf meine ganz eigene Weise fortzusetzen.

Auf meiner Free Download-Seite findest du – passend zum Thema – das STEIGERLIED, und ich wünsche dir viel Freude beim Anhören und/oder Mitsingen.

Glück und Segen für dich und deine Lieben, und auf ein Wiedersehen in 2019!